Wissensdatenbank / Raumordnung (RP)
Vorranggebiet, Vorbehaltsgebiet und Eignungsgebiet
Vorranggebiete, Vorbehaltsgebiete und Eignungsgebiete sind die klassischen Festlegungen der Regionalplanung. Das Thema erklärt ihren Unterschied mit Beispielen, nennt das Ausschlussgebiet als verwandten Typ und zeigt, wie der Gebietstyp im RP-Schema und in XPLANUNG24 geführt, geprüft und dargestellt wird.
Worum geht es?
Regionalpläne sichern bestimmte Nutzungen in bestimmten Räumen. Dafür nutzt die Raumordnung drei Gebietstypen, die im Raumordnungsgesetz vorgesehen sind. Sie geben an, wie stark eine Nutzung in einem Gebiet gegenüber anderen Nutzungen geschützt oder bevorzugt wird.
Die Gebietstypen im Überblick
Alle Typen werden im Plan als Fläche gezeichnet. Der Unterschied liegt in der Wirkung:
- Vorranggebiet: Dort hat eine Nutzung oder Funktion Vorrang. Andere Nutzungen sind ausgeschlossen, soweit sie damit nicht vereinbar sind. Beispiel: Vorranggebiet für Hochwasserschutz oder Rohstoffsicherung.
- Vorbehaltsgebiet: Dort soll eine Nutzung bei Abwägungen ein besonderes Gewicht erhalten, andere Belange bleiben aber möglich. Beispiel: Vorbehaltsgebiet für Erholung.
- Eignungsgebiet: Dort sind bestimmte Vorhaben, etwa Windenergieanlagen, grundsätzlich geeignet. An anderer Stelle im Planungsraum sind sie dagegen ausgeschlossen. Die Wirkung hängt also an der Planung für den Gesamtraum.
- Ausschlussgebiet: In der Werteliste des Schemas ebenfalls vorhanden. Es kennzeichnet Gebiete, in denen eine bestimmte Nutzung nicht stattfinden soll.
Wie bildet XPlanung das ab?
Fast alle Festlegungen im RP-Schema besitzen das Attribut Gebietstyp, das mehrere Werte annehmen darf. Die Liste enthält unter anderem Vorranggebiet, Vorbehaltsgebiet, Eignungsgebiet, Ausschlussgebiet und „Sonstiges Gebiet“. Die Fachinhalte, also wofür das Gebiet gilt, ergeben sich aus der Objektart, etwa Hochwasserschutz, Rohstoff oder Erholung. Ein Vorranggebiet für Hochwasserschutz besteht daher aus dem Objekt „RP_Hochwasserschutz“ mit Gebietstyp „Vorranggebiet“.
Was lässt sich damit darstellen?
Ein Regionalplan zeigt eine Auenlandschaft als Vorranggebiet für Hochwasserschutz, die angrenzenden Wälder als Vorbehaltsgebiet für Forstwirtschaft und mehrere Flächen für Windenergie als Eignungsgebiete. Auf der Karte ergeben sich so drei Ebenen, die sich in der Rechtswirkung deutlich unterscheiden.
Was bedeutet das in XPLANUNG24?
In einer hochgeladenen XPlanGML-Datei wird der Gebietstyp pro Objekt ausgelesen. Die Plattform kann damit Flächen nach Typ unterscheiden und darstellen, sofern die Datei sauber erfasst ist. Beachten Sie, dass die Legende der Karte Ihres Plans maßgeblich bleibt; die Daten bilden sie nach.
Häufige Stolperfallen
Der Gebietstyp ist nur ein Attribut, kein eigenes Objekt. Wer ihn weglässt, verliert eine zentrale Aussage des Plans. Ein weiterer Fehler: Gebietstyp und Rechtscharakter widersprechen sich, etwa Vorranggebiet mit Rechtscharakter Grundsatz ohne Begründung. Das ist nicht automatisch falsch, sollte aber bewusst und nachvollziehbar sein.
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