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Wissensdatenbank / Raumordnung (RP)

Raumordnung (RP)

Überblick: Fachschema Raumordnung (RP)

Das Fachschema Raumordnung (RP) von XPlanung bildet Regionalpläne, Landesentwicklungspläne und verwandte Raumordnungspläne als digitale Daten ab. Dieser Überblick erklärt den Aufbau in fünf Paketen und die wichtigsten Begriffe und zeigt, was das für Upload, Prüfung und Darstellung von Raumordnungsplänen in XPLANUNG24 bedeutet.

Worum geht es?

Die Raumordnung legt fest, wie sich ein größerer Raum, etwa eine Region oder ein ganzes Bundesland, langfristig entwickeln soll: wo Siedlungen wachsen dürfen, welche Freiräume geschützt werden, wo Straßen, Bahnstrecken oder Leitungen verlaufen sollen. Die Ergebnisse stehen in Regionalplänen, Landesentwicklungsplänen und ähnlichen Plänen. Rechtsgrundlage sind das Raumordnungsgesetz des Bundes und die Landesplanungsgesetze der Länder.

XPlanung ist der deutsche Datenstandard, mit dem Pläne der räumlichen Planung maschinenlesbar ausgetauscht werden. Er ist in mehrere Fachschemata gegliedert, jedes für eine Planart. Das Kürzel RP steht für das Fachschema der Raumordnung. Es beschreibt, wie ein Raumordnungsplan samt seiner Festlegungen als Geodaten und Attribute aufgebaut sein muss, damit Programme ihn eindeutig lesen, prüfen und darstellen können.

Wie ist das Schema aufgebaut?

Das RP-Schema besteht aus fünf Paketen. Jedes Paket bündelt Objektarten zu einem Themenfeld. Eine Objektart ist ein Baustein, zum Beispiel „Zentraler Ort“ oder „Hochwasserschutz“, den man im Plan mit Geometrie und Eigenschaften anlegt.

  • RP_Basisobjekte: Plan, Bereich und die abstrakten Grundklassen, von denen alle Festlegungen erben.
  • RP_Siedlungsstruktur: Zentrale Orte, Achsen, Raumkategorien, Wohn- und Gewerbeflächen, Einzelhandel.
  • RP_Freiraumstruktur: Natur, Landschaft, Wasser, Forst, Landwirtschaft, Erholung, Rohstoffe, erneuerbare Energien.
  • RP_Infrastruktur: Verkehr, Energieversorgung, Entsorgung, Kommunikation und weitere technische und soziale Infrastruktur.
  • RP_Sonstiges: Generisches Objekt, Grenzen und Planungsräume für alles, was sonst nirgends passt.

Ziele, Grundsätze und Gebietstypen

Jede Festlegung in einem Raumordnungsplan trägt einen Rechtscharakter. Das Schema unterscheidet zum Beispiel „Ziel der Raumordnung“ und „Grundsatz der Raumordnung“. Ziele sind verbindliche Vorgaben, die nicht weggewogen werden dürfen. Grundsätze sind Leitlinien, die bei Abwägungen berücksichtigt werden müssen. Mehr dazu im Thema zu Zielen und Grundsätzen.

Zusätzlich lässt sich bei vielen Objekten ein Gebietstyp angeben, etwa Vorranggebiet, Vorbehaltsgebiet oder Eignungsgebiet. So wird aus einer reinen Fläche eine aussagekräftige Festlegung mit klarer Rechtswirkung.

Was lässt sich damit darstellen?

Ein Regionalplan weist ein Vorranggebiet für Hochwasserschutz entlang eines Flusses aus, benennt eine Stadt als Mittelzentrum, zeichnet eine Entwicklungsachse entlang einer Bahnlinie ein und sichert eine Fläche für Rohstoffabbau. Alle diese Inhalte lassen sich im RP-Schema als Objekte mit Geometrie, Rechtscharakter und Text ablegen. Auch Planstand, Verfahrensart und Datum des Inkrafttretens gehören zum Plan.

Was bedeutet das in XPLANUNG24?

Raumordnungspläne werden als XPlanGML-Datei (die XML-Austauschform von XPlanung) bereitgestellt. Die Plattform kann solche Dateien einlesen, gegen die Regeln des Standards prüfen und die Inhalte in einer Karte anzeigen. Welche Funktionen im Einzelnen für Ihr Verfahren freigeschaltet sind, hängt vom jeweiligen Angebot ab; die Themen dieser Kategorie erklären vor allem die fachlichen Bausteine, die in einer solchen Datei vorkommen.

Für Einsteiger lohnt sich diese Reihenfolge: zuerst die Basisobjekte, dann die Themenpakete, die für Ihren Plan relevant sind.

Häufige Stolperfallen

Verwechselt wird das RP-Schema oft mit Bauleitplänen. Regionalpläne sind keine Bebauungspläne: Sie treffen keine parzellenscharfen Festsetzungen, sondern regionale Vorgaben, die erst später in der Bauleitplanung konkretisiert werden. Außerdem sind die Regeln der Landesplanung je Bundesland verschieden. Das Schema bietet dafür eine Auswahl an Planarten und Bundesländern, ersetzt aber nicht die Fachprüfung der Inhalte.

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